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Bevor man Geld an der Börse anlegt, sollte man ein klares Ziel haben und sich seine Strategie überlegen. Dass man sein Ziel aber auch einmal neu definieren kann, beweist Blogger Luis Pazos.

 

Mein-KohleEinstieg.de: Was ist Dein Ziel und hast Du es schon erreicht?

Luis Pazos: Ich habe tatsächlich 2002, nachdem ich auf den kanadischen Wertpapiermarkt aufmerksam geworden bin, mein Ziel neu definiert. Dann bin ich eben umgeschwenkt, daher auch der Titel des einen Buchs: “Bargeld statt Buchgewinn”. Weg von den klassischen Strategien, bei denen es darum geht, Kursgewinne zu erzielen und hin zu einer wirklich ganz stringenten einkommensorientierten Strategie. Das ist damit verbunden, zu sagen: “Okay, ich möchte eines Tages so weit sein, dass ich über solche passiven Einkünfte mein aktives Einkommen ersetzen könnte.” Das heißt also im Prinzip, ein zweites Einkommen in Höhe des ersten im Hintergrund zu haben. Als Back-up oder eben tatsächlich, um dann zu sagen: “Ich reduziere die Arbeit oder gebe sie ganz auf.” Oder eben weiterzumachen, für spätere Zeiten einen Puffer zu haben beziehungsweise eine “Rente”. Damit war das Ziel neu definiert. Das trage ich noch ein bisschen vor mir her. Ich habe es noch nicht ganz erreicht – aber zu einem großen Teil.

 

Braucht man ein klares Ziel vor Augen?

Ja! Wobei ich – je nach Ziel – mich hüten würde, das zu quantifizieren, um Enttäuschungen zu vermeiden. Wenn ich beispielsweise numerische Vermögensteile angebe: Ich möchte bis zum Alter von X 100.000 Euro haben, bis zum Alter von Y 200.000 Euro und bis zum Alter von Z 300.000 Euro. Dann haben wir das Problem, dass da ich ein Ziel definiere, auf das ich nur bedingt Einfluss habe. Nehmen wir mal an, ich schaffe die 100.000 Euro zum Zeitpunkt X. Dann kommt beim Zeitpunkt Y ein Crash. Das kann ich ja nicht beeinflussen, dann schaffe ich die 200.000 Euro nicht – egal, was ich mache. Wenn ich zum Beispiel definiert habe, das soll mein Aktienvermögen sein. Das heißt, hier muss ich schon genau überlegen, was für ein Ziel ich nehme, auf das ich tatsächlich Einfluss habe. Natürlich habe ich das beim Einkommen auch nicht. Im Fall einer sehr schweren Wirtschaftskrise würden auch Dividenden ausgesetzt oder gekürzt werden. Das heißt, auch da würde ich leiden. Mit Sicherheit nicht ganz so sehr wie jemand, der bestimmte Kursziele hat. Aber dem kann ich natürlich auch noch durch andere Aspekte entgegenwirken, weil das Ziel dieses Einkommens nicht ausschließlich über Dividenden erzielt werden oder realisiert werden muss, sondern hier spielen auch andere Faktoren eine Rolle, mit denen auch Einkünfte erzielt werden: der Blog selbst, die Bücher-Verkäufe oder Seminare.

 

 


Für Finanz- und Börsenthemen interessiert sich Luis Pazos, Blogger und Buchautor, bereits seit der Schulzeit. Seit 1994 handelt er an verschiedenen Börsenplätzen. Seine Strategie: Hochdividendenwerte. Für das Monatsmagazin “eigentümlich frei” schreibt er regelmäßig Buchkritiken sowie Fachartikel. Mit “nurbaresistwahres.de” betreibt Luis einen Finanzblog zu passiven Einkommensstrategien.


 

Bildquelle(n):

  • Scenic lookout in Newquay: Colourbox
Redaktion

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