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Dem Umfeld die Geldanlage näherbringen? Eine Selbstverständlichkeit für Benjamin Wendt. Seinen Kindern zeigt er sogar seinen Gehaltszettel und lässt sie am Haushaltsplan mitarbeiten.

 

 

Mein-KohleEinstieg.de: Wie versuchst du deine Mitmenschen zu inspirieren?

Benjamin Wendt: Für mich ist wichtig: Ich bin selbst nicht damit aufgewachsen. Meine Eltern haben sich zwar darum gekümmert, aber ich hatte eher immer das Gefühl, dass Geld sehr knapp ist. Wir mussten sparen und immer sehr darauf achten. Einerseits ist das gut, da man ein gewisses Bewusstsein für das Sparen bekommt. Andererseits hat es mir mitgegeben, dass ich eher im Defizit lebe. Ich versuche bewusst, das mit meinen Kindern anders zu betrachten. Wir haben mehrere Kinder und ein bestimmtes Einkommen, womit wir klarkommen müssen. Das können wir aber erhöhen, da gibt es bestimmte Möglichkeiten. Ich versuche ihnen zu erklären, wie unsere Welt funktioniert: “Wenn ihr jetzt hundert Euro habt und ihr gebt hundert Euro aus, dann habt ihr danach nichts mehr. Was könntet ihr aber machen, wenn ihr 50 Euro zur Seite legt über längere Zeit? Was kann damit passieren?” Einfache Dinge erklären. Von Bodo Schäfer gibt es dieses wunderbare Buch “Ein Hund namens Money” – das erfolgreichste Kinderbuch über Finanzen. Das haben meine beiden Großen gelesen. Es war für sie sehr eindrücklich und auch sehr einfach dargestellt.

Ich zeige meinen Kindern auch meinen Gehaltszettel. Ich will, dass sie wissen, was wir für Einkommen haben. Wir führen ein Haushaltsbuch, da könnten Sie über eine App auch mitmachen, wenn sie Lust haben. Ich versuche, es in meinem Familienumfeld sehr greifbar zu machen und auch konkret den Kindern zu erzählen, was es gibt.

Im Arbeitsumfeld oder im Freundeskreis versuche ich, eine Inspiration zu sein. Das ist manchmal schwierig, weil man merkt, dass viele das einfach nicht mögen. Simon und ich müssen aufpassen an unserer Arbeitsstelle, dass wir nicht so oft drüber reden. Die anderen sagen: “Können wir nicht mehr hören”. Das kann ich gar nicht verstehen, weil ich finde, dass das ein super wichtiges Thema ist. Wir haben gar keine Möglichkeit, dem Geld aus dem Weg zu gehen. Welche Bedeutung wir dem geben, ist unsere Entscheidung. Aber ich denke, man kann inspirieren. Das war die Motivation unseres Kongresses und auch dessen, was jetzt folgt: für Menschen, die sich noch nicht so damit beschäftigt haben. Also weniger, wie die Aktienbewertung aussieht, sondern was es für Möglichkeiten gibt. Wie kann ich da rangehen?

 

 


Benjamin Wendt von verstehe-deine-finanzen.de hat gemeinsam mit Simon Bender einen Online-Kongress über das Finanzwissen organisiert. Ihre Vision ist es, die finanzielle Bildung der Menschen in diesem Land einen großen Schritt voranzubringen.


 

Bildquelle(n):

  • Growth of money on a napkin: Colourbox
Redaktion

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