0

Thomas verfolgt primär die Dividendenstrategie und setzt auf den Cashflow, den ihm die Dividenden jährlich generieren sollen. Wie hoch die Dividendenrendite ist, ist ihm erst einmal egal. Auf die Entwicklung kommt es an.

 

Mein-KohleEinstieg.de: Warum setzt Du auf die Dividendenstrategie?

Thomas Kovacs: Viele sagen “linke Tasche, rechte Tasche”. Das ist der Aufhänger bei vielen, die sagen: “Ich gehe nur in Wachstumsaktien, nur Alphabet, Amazon und Co.” Aber ich sage mir: “Cashflow ist mir extrem wichtig, weil vom Cashflow kaufst du dir letztendlich die Cola.” Die kaufst du dir nicht mit einer Coca Cola-Aktie. Die kannst du nicht tauschen im Supermarkt.

Wenn du Dividende bekommst, hast du zwar einen Kursabschlag, aber du hast diesen Cashflow und immer noch gleich viele Anteile des Unternehmens. Möchte jemand, der nur auf Kursraketen oder auf Wachstumsaktien setzt, die praktisch keine oder nur eine ganz kleine Dividende ausschütten, mal einen Cashflow generieren, geht das nur durch Verkäufe. Absolut gesehen hat er vielleicht immer noch den gleichen Betrag im Depot, aber er hat die Anteile des Unternehmens reduziert. Ich möchte das nicht. Ich möchte meine Unternehmensanteile erweitern und immer mehr vom Unternehmen besitzen. Das ist eine meiner Hauptgründe, wieso ich in sehr starke Dividendenaktien investiere, aber nicht nur. In meinem Depot sind etwa 75 Prozent Dividendentitel und 25 Prozent Wachstumsaktien. Das ist keine Anlageempfehlung, aber ich habe auch eine Alphabet-Aktie im Depot. Sie schüttet keine Dividende aus. Ich sage: “Hey, das ist es ist halt einfach so:” Man sollte nicht zu strikt investieren, aber schon seine Strategie für sich haben.

 

Wie hoch muss denn die Dividendenrendite sein?

Ich gucke in erster Linie auf das Unternehmen und danach auf die Dividende. Oftmals ist es so, dass wenn du ein gutes Unternehmen hast, schüttet es auch Dividende aus. Nehmen wir zum Beispiel Nestlé –  wieder keine Anlageempfehlung – da ist einfach klar, dass du da eine gewisse Dividende hast. Weil die Unternehmen schon alt und lange auf dem Markt sind. Sie schütten eine Dividende aus, steigern die unter Umständen vielleicht jährlich oder alle zwei Jahre. Da nimmst du die Dividenden automatisch mit. Das heißt, man könnte auch argumentieren, dass ich gar kein Dividenden-Investor bin, sondern ich in Qualitätsunternehmen investiere und die Dividende automatisch kommt. Natürlich schaue ich dann schon auf eine gewisse Art und Weise, dass die Unternehmen wenigstens auch eine Dividende ausschütten. Ich habe zum Beispiel vor knapp vier Jahren eine Cisco-Aktie gekauft. Die Dividendenrendite war nicht besonders hoch, knapp ein Prozent oder so, aber über die letzten vier Jahre gab es heftige Dividendenerhöhungen. Meine persönliche Dividendenrendite ist mittlerweile fast doppelt so hoch auf meinen Einstiegskurs, weil auch die Aktie fast hundert Prozent hat. Ich sehe das nicht so eng, ich bin da relativ offen. Vielleicht ist es auch mal so, dass ich mir in fünf Jahren sage: “Ich bin jetzt da diese Strategie gefahren, vielleicht möchte ich jetzt mal fifty fifty machen.” Kann gut sein. Dann würde ich vielleicht auch keine Unternehmenanteile verkaufen, sondern einfach noch Wachstumsunternehmen hinzukaufen, um die Gewichtung hinzubekommen.

Das ist halt so eine Sache. Man sollte eine Strategie haben finde ich, ganz klar. Aber das bedeutet nicht, dass man festgefahren ist und 70 Jahre lang das gleiche macht. Das passt sich an und entwickelt sich mit der ganzen Erfahrung. Ich bin bald viereinhalb Jahre dabei, nenne mich selbst aber immer noch Anfänger. Vielleicht nenne ich mich auch in zehn Jahren noch Anfänger, weil es noch keinen Crash gibt bis dahin. Grundsätzlich lernt man immer dazu und passt dann auch die Strategie an.

 


Thomas Kovacs, auch bekannt als Thomas der Sparkojote, ist ein 22-jähriger Blogger aus der Schweiz. Pro Woche lädt er drei Videos über Finanzen auf YouTube hoch. Seit über vier Jahren investiert er schon an der Börse. Seine Strategie: Dividenden.


 

Bildquelle(n):

  • Interest rate financial and mortgage rates concept.: Colourbox
Redaktion

Warum ist Börse wichtig?

Previous article

Was haltet Ihr von der Chartanalyse?

Next article

More in Interview

Comments

Leave a reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

You may also like