0
Die Börse hat immer noch einen schlechten Ruf. Spekulanten oder Rüstungskonzerne lösen bei vielen Menschen negative Assoziationen aus. Aber gibt es denn eigentlich wirklich No-Gos in der Geldanlage? Blogger Benjamin Wendt sagt: “Das muss jeder persönlich entscheiden!”

 

 

Mein-KohleEinstieg.de: Darf man auch mal zocken?

Benjamin Wendt: Dürfen darfst du alles. Die Frage ist, was du für eine Erwartung hast. Und auch auf den Charakter kommt es an. Albert Warnecke sagte mal, er wäre sehr gerne 90 Prozent Risiko gegangen und seine Frau 50 Prozent. Dann haben sie sich in der Mitte bei 70 getroffen.

Natürlich darfst du auch mal zocken. Du kannst dir einen Großteil deines Vermögens oder meiner monatlichen Sparrate in einen klaren Strategieplan legen, bei dem ziemlich sicher morgen nicht alles weg ist. Am Aktienmarkt ist ja sowieso erst einmal nichts weg, es ist ja nur der Wert gesunken. Dann sagst du dir, wenn du Lust hast, nehme ich zehn oder fünf Prozent und probiere damit etwas Risikovolles aus, weil es mir Spaß macht. Das doch okay total okay, Geld anlegen kann ja auch Spaß machen. Das muss man für sich persönlich entscheiden, nach seinem eigenen Charakter.

 

Gibt es No-Go-Anlageformen für Dich?

Für mich gibt es Bereiche, mit denen ich mich persönlich nicht so sehr beschäftige. Ich will hier keine Anlageberatung machen. Das ist mir extrem wichtig. Zum Beispiel Edelmetalle wie Gold sind für mich nicht so der spannende Faktor. Das heißt aber nicht, dass es ein schlechtes Investment ist. Wenn man großes Kapitalvermögen hat, dann sollte man sich schon überlegen, ob Edelmetalle nicht das Gesamtdepot ein bisschen auswiegen können, weil sie sich halt nicht wie ein Aktienmarkt stark mitbewegen. Das interessiert mich persönlich aber nicht so sehr und wir haben das für unseren Kongress, bei dem wir uns konkret an Einsteiger richten, nicht als entscheidendes Thema gesehen. Das nächste für mich sind Kryptowährungen. Sie sind hochspekulativ. Ich finde es super spannend, aber ich würde niemandem empfehlen, da reinzugehen. Das muss man ganz persönlich entscheiden, ob man das mag. Ich sehe da Chancen.

Ich glaube in der Zukunft an die Digitalisierung. Wenn Autos miteinander kommunizieren, wir Maut an einer Mautsäule bezahlen oder Parkgebühr bezahlen, braucht man Währungen, mit denen man barrierefrei bezahlen kann. Es ist ganz simpel, da hat man keinen Bock, über PayPal oder Kreditkarten, wo Gebühren entstehen, zu bezahlen. Sondern da sollen Währungen gebührenfrei ausgetauscht werden. Deswegen glaube ich an Kryptowährungen, aber es ist im Moment noch total unklar, wer sich da durchsetzen wird oder wie viele. Von daher hochspekulativ und deswegen für uns Einsteiger uninteressant. Es sei denn, er hat einfach Spaß, ein bisschen auszuprobieren.

 


Benjamin Wendt von verstehe-deine-finanzen.de hat gemeinsam mit Simon Bender einen Online-Kongress über das Finanzwissen organisiert. Ihre Vision ist es, die finanzielle Bildung der Menschen in diesem Land einen großen Schritt voranzubringen.


 

Bildquelle(n):

  • hand with poker chips: Colourbox
Redaktion

Wegen World of Warcraft bin ich unter anderem hier, wo ich bin

Previous article

Offen über Geld reden

Next article

More in Interview

Comments

Leave a reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

You may also like