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Über Geld spricht man nicht, meinen manche. Finanz-Coachin Claudia Müller findet, das Tabu um das Thema Finanzen muss verschwinden. So lautet ihr Vorschlag, die Finanzbildung zu ändern.

 

 

Mein-Kohleeinstieg.de: Was wünschst Du Dir, wie sollte sich Finanzielle Bildung in Deutschland ändern?

Claudia Müller: Das Thema muss in die Schulen. Das Thema muss in die Universitäten, in die Ausbildungen, Berufsschulen – wo auch immer. Und das Tabu um das Thema muss verschwinden.

Das heißt, eigentlich müssen wir in der Grundschule anfangen, mit dem Umgang mit Taschengeld. Dann in der Mittelstufe das ganze Thema Konsum: Wieder stark identifiziere ich mich über mein neues Smartphone und muss das wirklich sein? Was bedeutet das, ein Smartphone mit null Prozent Finanzierung zu kaufen? Das ist nicht geschenkt.

In der Oberstufe kann man damit anfangen, wie die Börse funktioniert. Was ist eine Aktie, was ist eine Anleihe? Wie mache ich das alles ganz praktisch? Dann das Thema erstes Gehalt oder erstmal eigenes Budget, erster eigener Haushalte, erste Steuererklärung – welche Versicherungen brauche ich jetzt plötzlich? Dann: Okay, ich habe jetzt Gehalt, wie investiere ich tatsächlich? Dann das Thema Familiengründung.

Es zieht sich durch alle Lebenslagen durch. Ich glaube, wenn wir das Thema schon in den Schulen verankern können, lösen wir auch das Tabu ein bisschen. Dann wird darüber geredet, dann reden auch Kinder mit ihren Eltern und so weiter, das wünsche ich mir.

 


Claudia Müller hat früher bei der Bundesbank gearbeitet. Mittlerweile ist sie selbstständige Finanz-Coachin und möchte mit dem “Female Finance Forum” Frauen den Umgang mit Geld und Finanzen näherbringen.


 

Bildquelle(n):

  • Back to school: Colourbox
Redaktion

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