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Wir leben in einer Zeit, in der wir auf dem Bankkonto durch Negativzinsen und die Inflation Geld verlieren. Auch Blogger versuchen deshalb häufig, die Bedeutung der Geldanlage klarzumachen. “Es ist kein Hexenwerk”, betont Lars Erichsen.

 

Mein-KohleEinstieg.de: Warum drehst Du jede Woche zwei Videos über Geldanlage bei YouTube?


Lars Erichsen: Unter dem Strich, weil natürlich Geld tatsächlich nicht das Wichtigste im Leben ist. Aber wenn wir uns anschauen, wie das Leben von jedem von uns so abläuft, dann merken wir eben auch in der Gesellschaft, in der wir uns bewegen: Ohne Geld geht es eben auch nicht. Ich finde es so schade, dass man Fehler in der Geldanlage macht. Es geht mir gar nicht unbedingt darum, dass jeder reich werden muss und allein das Ziel “Ich möchte Reich werden!” ist nicht nur ein Ziel, was möglicherweise an den wahren Werten des Lebens vorbeigeht.

Also um Reichtum geht es mir gar nicht. Es geht mir aber darum, dass man sich insoweit mit Geldanlage beschäftigt, dass man nicht durch Fehler, die sich ganz einfach vermeiden lassen, im Nachhinein irgendwelche Konsequenzen ausbaden muss, die es einem dann nicht mehr erlauben, sein Leben so zu genießen und so zu gestalten, wie man das möchte. Fehlervermeidung wäre also schon einmal die Grundlage der Geldanlage und ist fast noch wichtiger als irgendeine wilde, geheime Strategie, mit der man Überrenditen erzielt.

 

Wie möchtest Du Menschen von der Geldanlage überzeugen?

Also zuerst einmal möchte ich sie gar nicht überzeugen. Das heißt also, ich mache vor und ich erkläre, wie ich mir die Geldanlage denke. Was ich denke, wie man langfristig sein Geld investieren kann und wie man insbesondere auch die Unterscheidung vornehmen kann: “Ich habe Spaß an der Spekulation” oder “Es geht mir einfach darum, existenzsichernde Maßnahmen zu ergreifen”. Das sind also schon mal zwei ganz verschiedene Dinge. Wenn man sagt, ich möchte einer dieser beiden Disziplin oder beide Disziplinen bespielen, dann ist das, was die meisten davon abhält – und man muss sagen, dass es durchaus ein deutsches Problem ist – schlicht und einfach Angst vor Verlusten. Und die führt dazu, dass wir in Deutschland eine Aktionärsquote, zumindest wenn wir über Direktinvestment sprechen, von rund zehn Prozent haben.

Aber es sagen rund 60 oder 70 Prozent: “Eigentlich weiß ich, dass ich irgendetwas machen muss”. Es ist nicht meine Aufgabe, die alle zu bekehren. Denn die müssen sich die Frage stellen: Was ist für mich wichtiger? Wenn wir über die Börse sprechen, da müssen wir das ganz klar sagen, dass ich phasenweise auch mal Verluste erleiden kann. Langfristig hätte ich aber nie einen Verlust erlitten. Also möchte ich lieber mit der Angst umgehen oder ergebe ich mich der Angst, dass ich sage: “Ne, ich kann es einfach nicht machen”. Und deswegen kommen meine Videos, um einfach den Leuten das näherzubringen und zu sagen: Es ist hier kein Hexenwerk. Wir machen nicht irgendwelche Dinge, die Hedgefonds sonst in geheimen Räumen mit wilden Strategien abhalten. Wir machen hier ganz bodenständige, handwerklich saubere Dinge, damit du in Zukunft eine Geldanlage selbst regeln kannst. Das ist alles.

Bildquelle(n):

  • witch on a broom, Tattoo sketch, handmade design over vintage pa: Colourbox
Redaktion

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