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Ein optimales Depot muss erst einmal grundsolide sein, erklärt Blogger Alex Fischer. Außerdem sollte man möglichst früh anfangen und nicht immer auf fremde Menschen hören.

 

 

Mein-KohleEinstieg.de: Was für ein Typ Anleger bist Du?

Alex Fischer: Ich bezeichne mich heute eher als aktiven Anleger, weil ich das aktiv oder passiv definiere mit dem Zeitaufwand, den man dafür aufbringt. Früher war das bei mir ganz wichtig, wenig zu tun zu haben und den Durchschnitt des Marktzinses oder der Rendite zu erreichen. Mit der Zeit und wachsendem Vermögen war es mir dann schon wichtiger, vielleicht einen oder zwei Prozent über der Rendite zu erzielen. In Euro gerechnet war es einfach schon ein großer Hebel, den man mehr erreichen konnte. Das hat mich dann dazu hingetrieben, mehr aktiver zu werden, mich einzulesen in Strategien und Vorgehensweisen. Daher sage ich heute, dass ich schon Buy and Hold-Investor bin, aber ich mich eher so als bei Buy and Hold and Sell-Investor. Also ich verkaufe durchaus auch mal Aktien. Das heißt, ich versuche sie zu bewerten und versuche dann zu sagen: “Ab einem gewissen Niveau sind die Aktie für mich reif.” Dann ernte ich sie, verkaufe auch mal ein paar Aktien und auf der anderen Seite kaufe ich sie wirklich nur, wenn sie im Angebot sind.

 

Was darf in Deinem Depot nicht fehlen? Was ist der Dauerbrenner?

Ein Depot würde ich so aufstellen, dass es erst einmal grundsolide ist. Das sind Lebensmittelaktien, Konsumaktien, in der Telekommunikation und auch Energie. Das sind so die typischen Sachen, womit man ein Depot aufstellen kann, damit man in allen Marktphasen eine gewisse niedrige Volatilität. Das ist einfach so, weil gegessen, getrunken, telefoniert wird immer. Das sind Branchen, die mit vielen Cashflows arbeiten. Wenn man das aufgestellt hat, ich sage so zehn Aktien, zehn Branchen, dann kann man nach und nach anfangen, entweder in der Höhe oder in der Breite auszuweiten. So, wie man sich selbst sich wohlfühlt. Es gibt nicht so das Premium-Depot oder das Depot, wie es aussehen muss, sondern es muss immer zu einem persönlich passen.

Welche Investition bereust Du am meisten?

Am meisten bereut habe ich bisher, einfach zu spät angefangen zu haben. Das klingt jetzt vielleicht ein bisschen strange, ich habe ja schließlich ungemein viel mit siebenunddreißig Jahren erreicht, aber trotzdem fehlen mir da so ein paar Jahre. Ein paar finanzielle Entscheidungen hätte gern vermeiden wollen. Ich habe ein Auto auf Kredit gekauft, das war ein Schrottauto. Die Versicherung für das Auto in einem Jahr war als Fahranfänger teurer als mich das Auto gekostet hat. Das sind so Sachen, wo ich nicht in der Lage war, die Dimension überhaupt abzuschätzen.

Beim Aktienkauf war es früher war am Anfang noch so, dass ich natürlich irgendwelchen Menschen gefolgt bin, die gesagt haben: “Kauft die und die Aktie!” In der Rohstoffphase hat man in irgendwelche Unternehmen investiert, von denen man noch nie etwas gehört hat. Die  waren niedrig kapitalisiert und kamen aus irgendwelchen fernen Ländern. Das sind Sachen, die würde ich heute auch nicht mehr machen. Aus diesen Fehlern habe ich so weit gelernt, dass es mir so ein Art To Do und Checkliste erstellt habe, auf der genau steht: “Investiere in das, was du verstehst!” In Großunternehmen, in einen Big Player. Das heißt, in meinem Depot sind Aktien, die kennt wahrscheinlich jeder zu achtzig Prozent: BASF, Siemens und Allianz zum Beispiel aus Deutschland. Egal wo ich auf der Welt bin – die Unternehmen sind schon da, wenn ich komme. Die verdienen praktisch überall auf der Welt ihr Geld. Auch wenn es jetzt ein deutsches Unternehmen ist. McDonald’s, Coca Cola: Es gibt so viele Konzerne auf der Welt, die rund um die Uhr des Geld verdienen an allen Orten in dieser Welt. Das sind praktisch Konzerne, auf die ich mich konzentriere.

 


Alex Fischer ist nach eigenen Angaben einer der ersten und heute noch aktiven Finanzblogger in Deutschland. Sein Finanzblog besteht seit April 2009 und beschäftigt sich mit der “Dividenden-Alarm-Strategie”. 


 

Bildquelle(n):

  • Mannequin: Colourbox
Redaktion

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