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Den Weltspartag – wer kennt ihn nicht? Volksbanken und Sparkassen rufen Kinder dazu auf, ihr Sparschwein zu schlachten und das Geld auf ein neu eröffnetes Sparkonto zu legen. Dafür gibt es als Belohnung Buntstifte und Kuscheltiere. Die Idee dahinter: Das Bewusstsein für das Sparen und die Altersvorsorge anschieben. An sich nicht schlecht, nur an der Umsetzung hapert es.

 

Klassisches Sparen auf dem Konto ist mittlerweile ein dramatisches Verlustgeschäft für Dich. Der „Anlageklassiker“ der Sparkassen bietet Dir derzeit eine jährliche Verzinsung von 0,01 Prozent. Konkret bedeutet das, dass Du für Dein Geld, das Du der Sparkasse für ihre Bankgeschäfte leihst, so gut wie nichts bekommst.

 

Im Gegenteil. Schon allein durch die Inflation, die Verteuerung der Preise, verlierst Du jährlich Geld. 2018 betrug die Inflationsrate 1,9 Prozent. Die Kaufkraft Deines Geldes nimmt also ab, es ist von Jahr zu Jahr weniger wert. Seit der Finanzkrise 2009 sind die Guthabenzinsen stetig gefallen. Dennoch haben rund die Hälfte aller Deutschen ihr Sparverhalten seit zehn Jahren nicht verändert. Nach Angaben der Commerzbank legen noch immer 45 Prozent der Bundesbürger ihr Geld auf Sparkonten an.

 

Es geht auch anders – und vor allem erfolgreicher. Zum Beispiel mit Aktien: Hättest Du 20 Jahre lang ein Depot mit allen 30 Dax-Werten gehabt, so hättest Du durchschnittlich 8,9 Prozent Rendite pro Jahr bekommen. Dabei lag im ungünstigsten Fall (1998 bis 2018) die Wertentwicklung aus Kursgewinnen und Dividenden bei jährlich 3,8 Prozent und im besten (1979 bis 1999) bei 15,2 Prozent.

 

Insgesamt liefert der Aktienmarkt historisch gesehen jährliche Renditen zwischen sechs und sieben Prozent. Wenn Du außerdem über mehrere Jahrzehnte in Wertpapiere investierst, ist das Risiko von Verlusten minimal. Du kannst es sogar noch weiter senken, wenn Du über Fonds in eine ganze Region, verschiedene Branchen oder die ganze Welt des Aktienmarkts anlegst. Mit passiven Indexfonds (ETFs) geht das über Sparpläne einfach und günstig.

 

Darüber hinaus gibt es für Dich noch eine Menge weiterer Sparvarianten, die besser sein können und mehr Rendite versprechen als Konten bei einer Bank: Vermögenswirksame Leistungen, Riester-Verträge, Kapitallebensversicherungen oder Immobilien etwa. Vorher solltest Du prüfen und Dich informieren, welche Möglichkeit für Dich persönlich am sinnvollsten ist. Und achte auf versteckte Kosten, die Deine Rendite auffressen können. Eins solltest Du Dir aber auf jeden Fall merken: Das Sparen über das Bank- oder Sparkonto kostet Dich echt Kohle.

Bildquelle(n):

  • Coal miner: Colourbox
Redaktion

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7 Comments

  1. Bravo Herr Scholz, jetzt aber schnell noch eine Steuer für die Kapitalanlage zur Altersvorsorge der Kleinanleger. Nein, nicht die
    Leerverkäufer, Spekulanten, Aktienzocker und Derivatehändler, also alle die, die keine Aktienkultur besitzen, nein den dummen Michel, der Euch dann auch noch wæhlen soll. Pfui, aber das wird nicht klappen. Viel Erfolg

  2. Was ist denn an einer Aktienanlage kompliziert? Man sucht sich ein Produkt, das man liebt und das man auch in Zukunft toll finden wird, dann prüft man, ob der Anbieter eine AG ist. Dann schaut man, wie teuer eine Aktie ist und teilt den anzulegenden Betrag durch den Wert der Aktie und dann kauft man diese. Fertig. Natürlich eröffnet man vorher schnell noch ein Depot bei einem günstigen Online-Broker und den findet man wirklich schnell im nächsten Vergleichsportal. Wer Socken bei Amazon bestellen kann oder ein Päckchen Taschentücher im Drogeriemarkt, der kann auch Aktien kaufen. Es ist nur eine Frage des Willens, nicht des Könnens.

    Eine andere Frage ist, ob man bereit ist, Geld in Aktien zu investieren. Es gibt Untersuchungen, dass Aktienanleger zwar reicher aber unglücklicher sind als Menschen ohne Aktien. Das soll dann wohl daran liegen, dass man mit Aktien auch immer mal wieder Verluste zu sehen bekommt und damit kommen viele Menschen nicht gut zurecht. Man wird zwar insgesamt reicher, leidet aber unter jedem einzelnen Verlust emotional mehr, als dass man sich über die Gewinne insgesamt freuen kann.

  3. Hallo,
    in den USA gibt es den APP Robinhood, da investiert man ohne kosten, ich wünschte mir ,den hãtte es in Deutschland(habe dort bis 1991 gelebt) damals auch gegeben, dann wäre ich jetzt reich ;).

  4. Richtig Helge,

    wie war das noch mit der Überschussbeteiligung der Versicherungen die diese, kurz nach der Finanzkrise, von der Regierung gekippt wurde. Davon hat der „Versicherte“ – oder eher abgezockte – nichts mehr gesehen. Ich dachte immer ein Vertrag wäre für beide Parteien bindend.

    Ja klar, investiert in den Dax – dann werdet ihr zukünftig für den Kauf und Verkauf mit weiteren 0,3 Prozent bestraft. Toller Rat von der ARD Börse die mich auf diesen Blog gebracht hat…

  5. Finger weg von Kapitallebensversicherungen!

    1. Die Aktieninvestition in Deutschland ist einfach im Vergleich zu anderen Ländern sehr kompliziert. Man hat keine freie Hand über seine Aktien. Man muss sie deponieren und so verdient ein Dritter ohne sich zu beteiligen ( Banken, Händler). Und beim Verlust verdienen Sie auch, d.h. sie rechnen ihre Gebühren vom Kapital ab. Und so wird der Anlieger von allen Seiten zur Kasse gebeten.

      1. Wo ist es denn inwiefern unkomplizierter?
        LG

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