0
Die Börsen-Verdrossenheit in Deutschland ist kein Geheimnis. Zwar ist die Aktionärsquote zuletzt etwas gestiegen, dennoch trauen sich wenig Deutsche an die Geldanlage. Luis Pazos erklärt, wieso.

 

 

Mein-KohleEinstieg.de: Warum investieren so wenig Deutsche?

Luis Pazos: Ich glaube tatsächlich, dass das in Deutschlands auch so eine grundsätzliche kulturelle Frage ist. Aber wenn man sich einmal überlegt, was denn noch in vielen Deutschen so tief drin steckt. Zum Beispiel auch die Hyperinflation. Das war ein ganz prägendes einschneidendes Ereignis, obwohl es in den Zwanziger Jahren war. Genau so steckt auch in vielen Köpfen eben noch genau dieses genauso einschneidende prägende Ereignis in den Neunziger Jahren drin: dieser massive Aufschwung der Telekom-Aktie und der jähe Absturz um über 90 Prozent. Das sind katastrophale Werte. Und das steht nur stellvertretend für den gesamten Neuen Markt. Das gräbt sich natürlich auch in die kulturelle DNA ein. Und wenn man sich mal überlegt, dass Anfang der Zweitausender Jahre Helmut Schmidt, also ein Ökonom, der “Zeit” ein Interview gegeben hat und gesagt hat, dass in seinen Augen die Aktie kein Instrument ist, um für das Alter vorzusorgen. Das ist bezeichnend für die Aktien- und Dividendenkultur in Deutschland.

 


Für Finanz- und Börsenthemen interessiert sich Luis Pazos, Blogger und Buchautor, bereits seit der Schulzeit. Seit 1994 handelt er an verschiedenen Börsenplätzen. Seine Strategie: Hochdividendenwerte. Für das Monatsmagazin “eigentümlich frei” schreibt er regelmäßig Buchkritiken sowie Fachartikel. Mit “nurbaresistwahres.de” betreibt Luis einen Finanzblog zu passiven Einkommensstrategien.


 

Bildquelle(n):

  • Detail of the astronomical clock in Prague: Colourbox
Redaktion

Wie macht man Finanzen sexy?

Previous article

Soll der Staat die Aktienkultur fördern?

Next article

More in Interview

Comments

Leave a reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

You may also like